Moreta-Alltag: Die Insights

Kurzer Disclaimer: Der heutige Blogeintrag wird ein bisschen anders sein als die bisherigen. Könnte gut sein, dass es nichts für euch ist. Für alle, die sich aber eng mit Guayama verbunden fühlen, sind das die heißesten News. Heute habt ihr die Ehre, in die Moreta-Lehrer-Insights von letztem Freitag eingeweiht zu werden. Dafür darf ich euch erst einmal das Kollegium vorstellen.

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Wie ecuadorianisch bist du schon? -Freiwillige im Interview

Nur noch ein Monat Arbeit im Projekt liegt vor uns! Für mich war das Jahr vor allem eines: Geprägt von vielen Ups und Downs und ein großer Prozess. Da konnte die Zeit schon manchmal nicht schleichender vor sich hin kriechen oder gar stillstehen. Jetzt zum Schluss in den letzten Monaten bin ich aber so angekommen, dass ich die Zeit am liebsten angehalten hätte.  Wie ihr bestimmt mitbekommen habt, gibt es viele deutsche Freiwillige in Ecuador. Wir arbeiten in unterschiedlichen Projekten, verstreut in ganz Ecuador. Viele Erfahrungen teilen wir oder ähneln sich, dennoch könnte unser Jahr nicht verschiedener  gewesen sein.  Darum vielen lieben Dank an Eva, Lilli, Nick, Anna, Natalia und Jenny, die im Interview ein wenig auf das Jahr zurückblicken. 

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Was essen Sie zum Frühstück?- Ein Interview mit Menschen, mit denen ich täglich in Kontakt bin

Immer schon gerne habe ich durch die Interview-Seiten der FAZ geblättert. "Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier? Welches Konzert haben Sie zuletzt besucht? Was ist ihr liebstes Reiseziel?"  Anstatt nur darüber zu schreiben, wie ich das Leben hier wahrnehme, möchte ich die Menschen selber einmal fragen. Die FAZ-Fragen schienen mir da leider unpassend, die kulturellen Unterschiede zu groß und allein solch eine Frage zu stellen bedarf vieler Privilegien.  Darum bleibt davon nur die Frage "Was essen Sie zum Frühstück?". 

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Es weihnachtet in Guayama

Ich falle direkt mit der Tür ins Haus: In Weihnachtsstimmung zu kommen in den regnerischen Anden, wo kaum Weihnachten gefeiert wird, und wenn doch, dann eher einem Karnevallsumzug anmutend, fernab von deutschem Christkindlmarkt, Ofen und Familie, das ist schon eine Herausforderung für sich. Nicht, dass ich es nicht versucht hätte. Nein, ich habe alles in meiner Kraft stehende getan, um zu weihnachten. Ich habe Weihnachtslieder rauf und runter laufen lassen, sowohl die amerikanischen, als auch die jahrhundertalten. Jenny und ich haben uns einen Adventskalender gebastelt, mit der Machete sind wir auf die Suche nach Zweigen für einen Adventskranz losgezogen und sogar 6 Dollar haben wir hingeblecht für deutsche Lebkuchen. Das hat  alles nicht geschadet, aber Weihnachten in Person bin ich jetzt auch nicht gerade geworden.

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Ein Tag voller Kindheit

Als Kind habe ich das Zitat von Erich Kästner gelesen: „Die meisten Menschen legen ihre Kindheit ab wie einen alten Hut. Sie vergessen sie wie eine Telefonnummer, die nicht mehr gilt. Ihr Leben kommt ihnen vor wie eine Dauerwurst, die sie allmählich aufessen, und was gegessen worden ist, existiert nicht mehr.“

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Ich hab nur Heimweh wenn ich Provinz höre

Ich hab nur Heimweh wenn ich Provinz höre. Manchmal auch ganz subtil wenn ich vergesse meine Lichterkette einzuschalten, wenn sich der Kleiderhaufen auf der kleinen Plastikkiste türmt, die als Schrankersatz dient, wenn ich mal wieder eine Nacht nicht geschlafen habe weil sich meine Füße zu einem Eiszapfen transformiert haben, oder wenn ich den Topf morgens, mittags oder abends öffne und mir Reis entgegengrinst.

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Alli Shamushka in Guayama San Pedro- Herzlich Willkommen in Guayama

Letzten Montag ging es für Jenny und mich los nach Guayama. Der Abschied von der Gruppe und auch von der Fundación fiel mir alles andere als leicht. Denn die Fundación, besonders mit all den anderen Freiwilligen, fühlt sich schnell nach einem zweiten Zuhause an. In der Hoffnung auf ein drittes Zuhause stiegen wir dann doch zuversichtlich in den wankenden Bus. Allein schon die Busfahrt war ein Erlebnis: Eingequetscht zwischen dem ganzen Handgepäck, das man jah nicht unbeaufsichtigt den Ablagen über einem überlassen möchte, lauschten wir den für uns neuen Geräuschen. Dem regen Treiben des Verkehrs, der zirkusartigen Dudelmusik im Bus, den verschiedenen Tiktok-Videos der anderen Fahrgäste. Zu diesen sich zu einer Geräuschwolke aufbauschenden Laute gesellten sich monotone Rufe der zahlreichen Verkäufer, die in den Bus einsteigen und Maní, helado, frutas oder gar ganze Gerichte anpreisen. Glücklicherweise schon vorgewarnt waren wir nur noch ein wenig verängstigt als ein Mann in den Bus einstieg, einen Vortrag über Handys und Krebs hielt und danach ziemlich rauh Geld von den Fahrgästen verlangte. Dennoch kam ich ins Schwitzen. Erleichtert, den ersten Step geschafft zu haben, ging es in Latacunga richtig los. Je weiter die Fahrzeit verstrich, desto größer wurde die Kluft zum im Vergleich dazu doch sehr wohlhabenden Quito. Immer mehr indigene Menschen stiegen in den Bus, oft mit schweren Säcken voll Reis. So schraubte sich der Bus die Anden hoch, während die Landschaft um uns nach und nach kärger, sandiger aber auch atemberaubender und die Luft immer dünner wurde. Nach 3 Stunden letztendlich, wurden wir von unserem Gastvater Gonzalo an der Bushaltestelle abgeholt. Kurz darauf verspürte ich zum ersten Mal auf dieser Reise starkes Heimweh. Die Kargheit, das kühle Hostal Rosita mit den grauen Zimmern und den ungewohnten Gerüchen, all dies war einfach sehr neu für mich. Nachdem ich mich in meinem Zimmer eingerichtet hatte, mit vielen Fotos, Postkarten, einer Lichterkette und einem behilfsmäßigen Schrank aus Kartons, da ging es mir aber gleich besser. Auch am nächsten morgen schon waren wir befreundet mit all den süßen Tieren und wurden sehr nett in der Schule willkommen geheißen. Sowohl das Lehrerkollegium (die wie ich finde sehr liebevoll mit den Schülern umgehen) nahm uns mit offenen Armen auf, als auch die Kinder stürmten neugierig auf uns zu. An unserem ersten Tag war gerade Formación, welche immer Montags und Mittwochs stattfindet, eine Viertelstunde früher als sonst der Schulbeginn, um 7:15. In der traditionellen indigenen Kleidung stellen sich alle Schüler geordnet auf und an diesem Tag wurde eine Art Prävention von Suizid vorgetragen. 

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Hoch lebe Quito! -Der Beginn eines Jahres in Ecuador

Diese Reise startet nach einem langen Flug in Quito. Hier wohnen wir für eine Woche im Haus der Fundación und haben jeden Tag Seminare, die uns gut auf das kommende Jahr vorbereiten sollen. Erschöpft von der Anreise und müde wegen der Zeitumstellung freuen wir uns, all die anderen Freiwilligen wiederzusehen. Das Haus ist so hübsch und die Menschen so willkommenheißend, dass ich mich schnell zu Hause fühle. Auch bin ich inspiriert von der Tätigkeit der Fundación, die hauptsächlich von Frauen geleitet und am Leben gehalten wird. Alles scheint seinen Sinn und sein Konzept zu haben: Die Fundación Chiriboga hat es sich zum Ziel gemacht, Nachhaltigkeit und Bildung in Ecuador zu fördern. Damals als Einheit, nach Corona getrennt aus finanziellen Gründen, gehört zu der Fundación auch ein Reservat im Amazonas, aufgeforstet und mit vielen Tieren. Auf mich macht es den Eindruck, dass in diesem familiären Rahmen so viel Herzblut und Mühe in die Projekte fließen. Die Nachhaltigkeit merkt man auch im Alltag in der Fundación: Rasch gewöhnt man sich daran, den Inhalt der Teebeutel ins Blumenbeet zu kippen, Servieten zum Putzen wiederzuverwenden und alle Krümel für die Schweine im Reservat zu sammeln.

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