


Diese Reise startet nach einem langen Flug in Quito. Hier wohnen wir für eine Woche im Haus der Fundación und haben jeden Tag Seminare, die uns gut auf das kommende Jahr vorbereiten sollen. Erschöpft von der Anreise und müde wegen der Zeitumstellung freuen wir uns, all die anderen Freiwilligen wiederzusehen. Das Haus ist so hübsch und die Menschen so willkommenheißend, dass ich mich schnell zu Hause fühle. Auch bin ich inspiriert von der Tätigkeit der Fundación, die hauptsächlich von Frauen geleitet und am Leben gehalten wird. Alles scheint seinen Sinn und sein Konzept zu haben: Die Fundación Chiriboga hat es sich zum Ziel gemacht, Nachhaltigkeit und Bildung in Ecuador zu fördern. Damals als Einheit, nach Corona getrennt aus finanziellen Gründen, gehört zu der Fundación auch ein Reservat im Amazonas, aufgeforstet und mit vielen Tieren. Auf mich macht es den Eindruck, dass in diesem familiären Rahmen so viel Herzblut und Mühe in die Projekte fließen. Die Nachhaltigkeit merkt man auch im Alltag in der Fundación: Rasch gewöhnt man sich daran, den Inhalt der Teebeutel ins Blumenbeet zu kippen, Servieten zum Putzen wiederzuverwenden und alle Krümel für die Schweine im Reservat zu sammeln.



Von 9 bis 17 Uhr lernten wir viel über die Geschichte, Diversität, Herausforderungen und Politik Ecuadors, über Schulen und Unterrichten, über Gastfamilien, über die Sicherheit (bzw Unsicherheit) und über typisch Ecuadorianisches. Auf das tägliche Tanzen freuten wir uns besonders. Ein wenig mühselig waren all die organisatorischen Dinge, die wir in den Ämtern erledigen mussten. Das Ganze verzögerte sich, sodass wir zu meiner Freude noch einen Tag länger bleiben durften.
Auch wenn wir wegen dem straffen Programm kaum Zeit hatten, Quito zu besichtigen, schafften wir es doch ins historische Zentrum und auf den Fake Otavalo Markt (an dem mir eine Verkäuferin so lange mit dem süßesten Alpaka-Kuscheltier der Welt hinterhergewunken hat, bis ich nicht anders konnte, als es für einen überteuerten Preis für Gringos, wie hier die weißen Menschen genannt werden, zu kaufen.) Außerdem waren wir auf den Fruchtmarkt (oh, ich kannte doch so wenige Früchte!) und, nicht zu vergessen, fast jeden Tag in der Mall. (Unter anderem auf der Suche nach einem Thermoschlafanzug für Guayama. Letztendlich landeten wir in der Herrenabteilung, denn wirklich in jedem Geschäft, in dem wir waren bedeutete ein Damenschlafanzug ein pinker/lila Pyjama mit Bärchen/Kätzchen/…) Ich war erstaunt, wie modern Quito an vielen Ecken ist und wie viel man in den Supermärkten kaufen kann (auch wenn Schokolade und im Allgemeinen Importware echt teuer ist). Das Flair von Quito macht mit Sicherheit auch das lebendige Treiben, die zahlreichen Straßenküchen und die unterschiedliche Musik an jeder Ecke aus. Zum weltwärts-Tag im Dezember, an dem sich alle weltwärts-Freiwilligen Ecuadors in der Hauptstadt treffen, werde ich das nächste Mal in Quito sein. Es gibt sicher noch viel zu entdecken:)




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