¡Hola! vom Vorbereitungsseminar

Veröffentlicht am 11. August 2024 um 16:18

Hola y bienvenidos! Ich bin gerade im Zug auf meiner Rückreise von Plön nach Hause. Für mein Vorbereitungsseminar ging es für mich einmal quer durch Deutschland, um am Plöner See eine Woche mit den anderen Mitfreiwilligen zu verbringen. Mit 11 von ihnen werde ich bald im Flieger nach Quito sitzen, dem Rest werde ich leider erst in einem Jahr wieder auf dem Nachbereitungsseminar begegnen: Sie werden entsendet nach Sambia, Kenia, Ghana und Botswana. Wieder einmal viel zu schnell ging alles rum, und eben hätte ich fast geweint, als ich die vielen lieben Nachrichten all der Leute gelesen habe, die ich neu in mein Herz geschlossen habe (Wer mich kennt weiß, dass er das „fast“ im Satz getrost wegstreichen darf). Müsste ich die Woche in einem einzigen Wort zusammenfassen, so würde ich sie definitiv als intensiv beschreiben.

Um ehrlich zu sein, ist bei den zahlreichen Dingen, die noch vor meinem Abflug erledigt werden müssen, das Jahr, das vor mir liegt gedanklich abgestumpft worden. Zwischen Visum, Spenden sammeln, Besorgungen, und noch mehr Visumsdrama war wenig Platz dafür, die Vorfreude aufrecht zu halten. Je öfter ich den Satz „Nach dem Abi gehe ich für ein Jahr weltwärts nach Ecuador“ ausgesprochen habe, desto normaler und unbedeutender wurde er auch. Lange Zeit hat mich der Gedanke an genau dieses Jahr durch stressige Klausurenphasen gezogen. Doch bald schon übertrumpfte die Freude über das Abi und die Urlaube mit Freunden meine volle Konzentration auf Zukünftiges.

Nach dieser Woche realisiere ich plötzlich so viel. Das Realisieren fing im Bauch an. Ich verspüre nun ein Gefühl der Vorfreude, ich spüre aktiv die letzten drei Wochen Zuhause auf mich zukommen. Nach dieser Woche ist aber auch viel verschwommen, getrübt und durcheinander. Das wiederum fing im Kopf an. Um darauf näher einzugehen, ist es vermutlich sinnvoll, euch ein wenig einzuweihen in die Seminarthemen. Die waren nämlich

äußerst spannend und gleich doppelt so interessant in der motivierten, gern applaudierenden und jubelnden aber auch unterstützend zuhörenden Freiwilligengruppe.

Neben Themen konkret das Einsatzland betreffend wie Kultur, Tropenmedizin und SDGs, beschäftigten wir uns auch mit sehr persönlichen Themen und reflektierten viel: unseren Lebenslauf, Grenzen, sexualisierte Gewalt und psychische Gesundheit. Themen wie Critical Whiteness und die Verantwortung als Freiwillige*r hallen besonders in mir nach.

Fragen, Enttäuschung und Sorge bändigen die Euphorie ein wenig. Eine Sache allerdings hat sich nicht geändert: Meine Überzeugung, dass es die richtige Entscheidung war, weltwärts zu gehen. Allein dieses Seminar hat sich schon gelohnt. Ich sehe tolle Zeiten auf mich zukommen, genauso wie Krisen und Herausforderungen. Gespannt freue ich mich darauf, Ecuador besser kennenzulernen. Was ich von Herzen hoffe, ist bestärkt zurückzukehren: In meiner Persönlichkeit und meiner Entwicklung.

Auf ein Jahr Ecuador! Auf WUPs in meinen Englischstunden! Auf Silvester in Baños und auf ein leeres Bankkonto nach den Galapagos-Inseln! Auf neue Bekanntschaften! Auf zapateando juyayay! Und eben auch auf das Herausfordernde, das Unerwartete!

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